DarkPulp
Story
  2. Kapitel
 
Dr. Vineburg
 
Der Weg zur Arbeit war für Pearl immer wieder traumhaft, sie vermochte nicht zu begreifen, wie ihre Kollegen und Kolleginnen das frühe Aufstehen und den Weg zur Arbeit als so widerlich empfinden konnten. Sie selber stand schon früh morgens, um 4:oo auf, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Für den Weg zur Arbeit wählte sie eine abgelegene Rute. Denn, wenn Pearl eins nicht mochte, war es Straßenlärm, ja, man könnte sagen, sie verachtet alles, was mehr als 2 Räder hat.
So radelt die überaus gut gebaute Pearl also zur Arbeit, vorbei an Goldgelben Kornfeldern, welche, so könnte man es annehmen, nur für sie im Wind zu tanzen versuchten. Hindurch einem Wald, nicht dicht, und bedrohlich, sondern übersäht mit Hineindringenden Lichtsäulen. --Oder besser gesagt, es ist einmal mehr ein wundervoller Tag für Pearl Voé.
Bei ihrem Arbeitsplatz, einer angesehnen Psychotherapie, angekommen, erblickt sie sofort das breite Grinsen ihres Chefs.
Ist etwas passiert? Weshalb schauen sie denn so?“ Fragte sie mit der nagenden Gewissheit etwas verpasst zu haben.
Ja, Pearley, denk mal scharf nach...“Hörte sie aus einer Ecke, sie brauchte sich nicht zu vergewissern, dass es Angela war.
So tat Pearl wie geheißen, gab dann aber nach einer peinlichen Pause auf.
Was ist denn so besonderes??? Hat jemand Geburtstag?“
Nein Pearl, weißt du es echt nicht???... Heute vor einem Jahr?“
Pearl legte ihre perfekte Stirn in falten, und bezeugte von nichts zu wissen.
Oh Gott, Pearl. Wie kannst du das vergessen?“ , ein freudig sarkastischer Ton schwenkte in Angela´ s Stimme mit, „Heute bist du ein ganzes Jahr hier angestellt! Hier, wir haben dir eine Kleinigkeit besorgt.“
Bei dem Gedanken etwas geschenkt zu bekommen lief sie rot an. Ihr Herz begann zu rasen, ein wenig schwindelig wurde ihr sogar.
Nur eine Kleinigkeit!“ Dr. Vineburg verdrehte gespielt die Augen.
Sie hasste es, etwas geschenkt zu bekommen, irgendwie KONNTE sie sich einfach nicht freuen. Innerlich schon, aber sie konnte ihre Freude nie in Worte fassen, geschweige denn in Gesten, der Nettigkeit.
Ihr wisst doch, das ich so was nicht mag, wieso…?“
Na, mach endlich auf!!!“ krächzte die nun leicht gereizte Angela.
Na gut…“ Pearl starrte verdutzt auf das kleine Paketchen.
Als sie das rosafarbene Geschenkpapier gewaltsam abriss, kam eine kleine
Streichholzschachtel zum Vorschein.
Ohhhhh ….DANKE….“ Sie versuchte Freudig auszusehen.
Pearl!!!“ Angela stand jetzt, sichtlich angespannt, vor ihr und schaute sie wahrnig mit ihren Tiefbraunen Augen an.
Was denn? Also ich finde sie schön…“ Pearl versuchte Selbstbewusst auszusehen --- Und scheiterte!
Öffnen!“ das war ein Befehl, so tat Pearl wie ihr geheißen, und schob sachte, mit ihrem kleinen Finger, die Schachtel auseinander.
Blitzend zum Vorschein kam ein kleiner Schlüssel, als ihr bewusst wurde, was der zu bedeuten hatte wich die röte in ihrem Gesicht einer schlohweißen Farbe.
EIN AUTO???“
Ich hab´ s doch gesagt, Angela, sie fährt lieber mit dem Fahrrad!“ Einer schauspielerischen Glanzleistung ähnelnd, tat der Doc gekränkt.
Komm, Pearley, ich hab´ s draußen geparkt…DU WIRST ES LIEBEN!“
Angela hüpfte nun freudig auf und ab.
Ich... hä... Arbeit?!?“ brachte sie nur voller Verwunderung hervor.
Nun erfüllte ein noch breiteres Grinsen die Wangen des Doktors, die ein wenig an eine alte Ledercouch erinnerten. „Du hast den Tag frei, es ist Freitag, das schaff ich schon allein!“
Pearl schloss langsam die Augen, atmete tief ein, dann aus.
Nahm ohne etwas zu sagen den Schlüssel an sich, und trat mit der hüpfenden Angela aus dem Raum.
Draußen angekommen, rannte Angela ohne zu schauen über die Straße, und zeigte auf einen etwas alten, aber gut erhaltenen Fiat Punto.
Wow…“ Jetzt war Pearl ernsthaft erstaunt.
Ich…weiß nicht was ich sagen soll…“
Gar nichts, nur einsteigen, und losdüsen, wofür sonst hast du das ganze Wochenende Zeit?“
Die immer noch verdutzte Pearl stieg in das Auto ein. Die Türen quietschten ein wenig beim Einsteigen, doch Pearl sah großzügig darüber hinweg, rammte den Schlüssel in die dafür eingelassene Maserung, und ließ den Motor aufheulen.
Schnurrt wie ein Kätzchen!“ schrie Angela durch das Seitenfenster, bevor sie sich mit Schwung durch die Öffnung hangelte und urplötzlich neben ihrer Kollegin saß.
Na dann, los, meine Perle!“
Pearl, der dieser Name gar nicht gefiel, haute den ersten gang rein, und kurvte los.
Ein Gefühl der Freiheit überwältigte sie, und sie schrie freudig auf.
Angela stimmte mit ein.
120km/h !!! Das geht noch schneller…“ Angela hangelte sich aus dem Fenster.
 
 
 
 
 
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